Schön, dass du hier bist. Setz dich, ich erzähle dir, wie so ein Blogartikel wirklich entsteht. Nicht die Hochglanz-Version, bei der einer sich hinsetzt und in einem Rutsch etwas Kluges tippt. So läuft das bei niemandem. Bei mir schon gar nicht.
Der schwerste Moment ist immer derselbe: das leere Blatt. Der Cursor blinkt, und du weisst genau, was du sagen willst, aber die ersten Sätze wollen nicht kommen. Genau an dieser Stelle geben die meisten auf und schieben den Artikel wieder eine Woche vor sich her. Dabei ist das leere Blatt gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir versuchen, in einem einzigen Schritt fertig zu werden. Zerlegen wir es, wird es leicht.
Ein Blogartikel entsteht nicht auf einmal. Er entsteht in Schritten, und der erste Schritt hat nichts mit Schreiben zu tun. Olga Reyes-Busch
Schritt eins: die Idee schärfen, bevor du auch nur ein Wort schreibst
Die meisten fangen mit einem Thema an. „Ich schreibe was über Freebies.” Das ist zu gross, daran verhebt man sich. Ein guter Artikel beantwortet eine Frage, nicht ein Thema.
Also dreh es um. Welche Frage bekommst du im Gespräch immer wieder gestellt? Was fragt deine Kundschaft, wenn niemand mitschreibt? Genau diese Frage tippt jemand später in die Suche. „Wie komme ich von der Idee zum fertigen Blogartikel?” ist eine echte Frage. „Content-Marketing” ist keine, das ist eine Kategorie.
Schreib die Frage auf, in genau den Worten, die ein Mensch benutzen würde. Diese eine Zeile ist dein Kompass für alles, was jetzt kommt. Alles im Artikel muss auf sie einzahlen. Alles andere fliegt raus.
Schritt zwei: die Gliederung, dein Gerüst gegen das leere Blatt
Jetzt kommt der Schritt, der dir die Angst vor dem leeren Blatt nimmt, und du schreibst dabei noch keinen einzigen Satz Fliesstext.
Nimm deine Frage und leg dir daneben, welche kleineren Fragen darin stecken. Wer von der Idee zum Artikel will, will wissen: Wie finde ich das Thema? Wie baue ich das auf? Wie mache ich daraus einen echten Text? Jede dieser kleinen Fragen ist eine Zwischenüberschrift. Und schon steht dein Gerüst.
Das kannst du von Hand machen, oder du lässt es dir vorschlagen. Du gibst der künstlichen Intelligenz deine Frage und deine Zielgruppe und bittest um eine Gliederung mit fünf oder sechs Zwischenüberschriften. Was zurückkommt, ist selten perfekt. Das ist auch nicht der Sinn. Du streichst, was nicht passt, sortierst um, ergänzt den Punkt, den nur du kennst. In wenigen Minuten hast du eine Gliederung, die nach dir aussieht. Und das leere Blatt ist weg, denn jetzt füllst du nur noch Kästchen. Wie du gute Anweisungen dafür formulierst, damit die Vorschläge wirklich zu dir passen, habe ich dir in ChatGPT und Claude Prompts auf Deutsch zusammengeschrieben.
Schritt drei: der Rohtext, hier darf die künstliche Intelligenz ran
Erst jetzt entsteht Fliesstext, und jetzt zahlt sich die Vorarbeit aus. Du gehst deine Gliederung Abschnitt für Abschnitt durch und lässt dir zu jeder Zwischenüberschrift einen ersten Entwurf schreiben. Nicht alles auf einmal, das wird Brei. Abschnitt für Abschnitt, in Ruhe.
Wichtig ist, wie du fragst. Gib der Maschine deine Frage, deine Zielgruppe und ein, zwei Sätze dazu, was dir an diesem Abschnitt wichtig ist. Sag ihr, dass sie in Du-Form schreiben soll, warm und ohne Werbesprache. Je mehr Richtung du gibst, desto brauchbarer der Rohbau. Das läuft in ChatGPT genauso wie in Claude, nimm das Werkzeug, das schon offen ist. Das Ergebnis zählt, nicht der Name auf dem Knopf.
Und dann sei ehrlich zu dir: Was jetzt auf dem Bildschirm steht, ist ein Rohbau. Wände und Dach. Noch keine Wohnung. Es liest sich glatt und ein bisschen nach niemandem. Das ist völlig in Ordnung, denn das war der Job dieses Schritts. Aus einer Gliederung ist Text geworden. Den Rest machst du.
Schritt vier: der Feinschliff, und der gehört dir allein
Hier trennt sich ein Artikel, der nach dir klingt, von einem, den man sofort als Maschinentext erkennt. Diesen Schritt kann dir niemand abnehmen, auch keine noch so gute künstliche Intelligenz.
Geh den Rohtext von oben nach unten durch und lies ihn laut. Überall, wo du innerlich stolperst, wo ein Satz nicht klingt wie du, schreibst du um. Du wirfst die glatten Floskeln raus. Du setzt dein Beispiel hinein, die Geschichte von der Kundin, den Satz, den nur du so sagst. Du streichst, was zu viel ist. Wo die Maschine höflich um den heissen Brei redet, sagst du klar, was du meinst.
Das ist die Handarbeit, und sie ist der Grund, warum am Ende ein Text steht, der dir gehört. Die künstliche Intelligenz hat dir die Fleissarbeit abgenommen, das Gerüst und den ersten Wurf. Deine Stimme, deine Haltung, dein Beispiel legst du selbst hinein. Wie du deine Stimme dabei nicht verlierst, sondern die künstliche Intelligenz dir zuarbeiten lässt, vertiefe ich in Content erstellen mit künstlicher Intelligenz. Dieser Artikel hier zeigt dir, wie ein einzelner Text entsteht. Dort geht es darum, aus einem fertigen Text viele Formate abzuleiten. Zwei Seiten derselben Arbeit.
Warum sich der ganze Weg überhaupt lohnt
Vielleicht denkst du: vier Schritte, das klingt nach mehr Arbeit, nicht nach weniger. Es fühlt sich am Anfang so an. Aber du sparst dir den teuersten Teil, das Grübeln vor dem leeren Blatt, und aus einem halben Tag werden ein paar konzentrierte Runden.
Und das Beste kommt danach. Ein guter Artikel verschwindet nicht. Er steht auf deiner Seite und wird gefunden, Woche für Woche, auch wenn du längst an etwas anderem sitzt. Warum ein Blog leise für dich weiterarbeitet, wenn du ihn einmal richtig aufgesetzt hast, erzähle ich dir in ein Blog, der für dich arbeitet.
Fang klein an. Nimm eine einzige Frage, die dir deine Kundschaft diese Woche gestellt hat, und geh mit ihr die vier Schritte durch. Ein Artikel. Und dann noch einer. So wächst mit der Zeit ein ganzer Wissensbereich, Stück für Stück, in deinem Tempo.
Die vier Schritte auf einen Blick
- Schärf deine Idee zu einer echten Frage, die deine Kundschaft stellt.
- Bau dir eine Gliederung mit den kleineren Fragen darin.
- Lass dir Abschnitt für Abschnitt einen Rohtext schreiben.
- Geh den Text laut lesend durch und mach ihn mit deinen Beispielen zu deinem.
Wenn dir zu Beginn die Ideen fehlen, hilft ein Vorrat. In meinem Freebie mit 30 Pinterest- und Blog-Ideen findest du fertige Anstösse, aus denen du direkt Artikel machen kannst. Damit du nie mehr vor einem wirklich leeren Blatt sitzt.
Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.
Zur Claude Community Deutsch →