Es ist kurz nach acht, der Kaffee ist noch heiß, und du sitzt vor dem leeren Feld für den heutigen Beitrag. Eigentlich weisst du längst, was du sagen willst. Trotzdem vergeht wieder viel zu viel Zeit, bis daraus ein Text, drei Pin-Beschreibungen und ein Instagram-Untertitel geworden sind. Nicht, weil dir die Gedanken fehlen. Sondern weil das Ausformulieren, Kürzen und in Form bringen einfach dauert.
Ich kenne das gut. Und genau an dieser Stelle nimmt dir künstliche Intelligenz die meiste Zeit ab. Nicht beim Denken, das bleibt deine Aufgabe. Sondern bei der Fleißarbeit rundherum.
Künstliche Intelligenz ersetzt nicht deinen Kopf. Sie übernimmt die Tipparbeit, für die dein Kopf viel zu schade ist. Olga Reyes-Busch
Wo deine Zeit wirklich versickert
Wenn ich mit Selbstständigen ihre Woche durchgehe, ist die Content-Arbeit fast nie das Problem, das sie zu sein scheint. Der eigentliche Zeitfresser ist nicht der eine Gedanke. Es ist alles, was danach kommt.
Aus dem einen Gedanken soll ein Beitrag werden. Und ein kürzerer für Instagram. Und ein paar Pin-Titel. Und eine Betreffzeile für die Mail. Jedes Format will anders klingen, jedes will neu getippt werden. Das ist keine schwere Arbeit. Es ist nur viel, und sie wiederholt sich jeden Tag.
Genau solche Arbeit gibt man ab. Nicht die Entscheidung, was du sagst. Sondern das zehnte Umformulieren desselben Gedankens in ein anderes Format.
Erst dein Standpunkt, dann die künstliche Intelligenz
Hier liegt der Punkt, an dem die meisten scheitern und dann sagen, der Text klinge nach Maschine. Sie öffnen das leere Feld, tippen „schreib mir einen Beitrag über Content-Planung” und nehmen, was herauskommt. Das Ergebnis ist glatt, allgemein und austauschbar. Kein Wunder. Die Maschine hat gedacht, nicht du.
Dreh die Reihenfolge um. Erst kommt dein Standpunkt, in Stichworten, roh, so wie du es einer Kollegin am Telefon sagen würdest. Deine Meinung, dein Beispiel, der eine Satz, der dir wichtig ist. Und dann bittest du die künstliche Intelligenz, daraus einen sauberen Text in deiner Linie zu machen.
Der Unterschied ist riesig. Die Haltung kommt von dir, also klingt der Text nach dir. Die KI macht das, was sie gut kann: ausformulieren, in Form bringen, kürzen. Was sie schlecht kann, nämlich eine echte Meinung haben, überlässt du gar nicht erst ihr.
Der Ablauf, der dir Zeit spart
So sieht das bei mir konkret aus, und du kannst es genauso machen.
Ich schreibe morgens einen einzigen guten Gedanken auf. Drei, vier Zeilen, meine Sicht auf ein Thema. Das ist der Kern, und der bleibt Handarbeit. Dann gebe ich diesen Kern der künstlichen Intelligenz und lasse daraus die Formate ableiten, die ich sowieso jeden Tag brauche. Einen längeren Beitrag. Eine kurze Version fürs Reel. Ein paar Pin-Beschreibungen mit verschiedenen Aufhängern. Eine Betreffzeile.
Was vorher zähe Tipparbeit war, ist jetzt eine Sache von Minuten. Ich prüfe, streiche zwei Sätze, ändere einen Ton, fertig. Der Kopf hat einmal gearbeitet, nicht fünfmal.
Am ergiebigsten wird das, wenn ein längerer Text schon steht. Aus einem Blogartikel lassen sich mühelos ein Dutzend kleinere Inhalte ziehen. Wie so ein Artikel aussieht, der es wert ist, weiterverwertet zu werden, habe ich im Beitrag über den Blog, der für dich arbeitet, beschrieben. Ein Text, viele Pins, viele Beiträge. Das ist der Hebel, nicht das ewige Neuerfinden.
Warum das einmalige Einrichten den Unterschied macht
Es gibt einen Grund, warum bei manchen der Content aus künstlicher Intelligenz nach ihnen klingt und bei anderen nach Baukasten. Die einen erklären der Maschine bei jedem Mal aufs Neue, wer sie sind und wie sie schreiben. Die anderen richten das einmal ordentlich ein.
Wenn die KI deine Sprache, deine Zielgruppe und deine No-Go-Wörter einmal kennt, musst du das nicht bei jedem Text wiederholen. Du gibst deinen Gedanken, und der Ton stimmt schon. Wie du künstliche Intelligenz einmal so aufsetzt, dass sie dich kennt, zeige ich Schritt für Schritt in Claude für dein Business einrichten. Der Aufwand am Anfang holt sich in der ersten Woche schon wieder herein.
Und weil die Frage immer kommt: Alles, was ich hier beschreibe, funktioniert mit ChatGPT genauso wie mit Claude. Nimm das Werkzeug, das du schon hast. Das Ergebnis zählt, nicht der Name auf dem Knopf.
Was du besser nicht abgibst
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Nicht alles gehört in die Hände der Maschine. Deine Meinung, deine Erfahrung, der Fehler, aus dem du gelernt hast, die kleine Geschichte von gestern. Das ist der Teil, der dich unterscheidbar macht, und den kann dir keine künstliche Intelligenz abnehmen. Sie würde ihn nur glatt bügeln.
Meine Faustregel: Alles, was nur du sagen kannst, tippst du selbst. Alles, was du danach zehnmal in anderer Form brauchst, gibst du ab. Die künstliche Intelligenz ist dein Fleißarbeiter, nicht dein Ghostwriter. Sie schreibt aus, was du denkst. Sie denkt nicht für dich.
Wenn du das trennst, verschwindet auch die Angst, dein Content könnte nach Maschine klingen. Er tut es nur dann, wenn du die Maschine denken lässt.
Der ehrliche Teil
Ein bisschen Zeit am Tag klingt nach wenig. Auf die Woche gerechnet kommt schnell ein ganzer Arbeitstag zusammen, den du zurückbekommst. Nicht durch ein Wundermittel, sondern durch eine einzige Umstellung: erst dein Kopf, dann die künstliche Intelligenz für den Rest.
Fang klein an. Nimm dir morgen eine einzige wiederkehrende Aufgabe, die dich jeden Tag Zeit kostet, und gib genau die ab. Nicht alles auf einmal. Eine Sache, die sofort spürbar Zeit spart. Wenn das sitzt, kommt die nächste dazu.
So gehst du in der Praxis vor
- Schreib deinen Gedanken zuerst selbst auf, drei bis vier Zeilen, roh und unformatiert.
- Gib diesen Kern der künstlichen Intelligenz und lass sie die Formate ableiten, die du sowieso brauchst.
- Lies das Ergebnis kritisch durch und hol deinen eigenen Ton wieder rein.
- Wiederhole das für die eine Aufgabe, die dir am meisten Zeit frisst, bis sie dir leichtfällt.
Wenn du einen fertigen Anfang suchst, statt bei null zu starten: In meinem Freebie mit 30 Pinterest- und Blog-Ideen bekommst du konkrete Themen, aus denen du mit diesem Ablauf gleich losziehen kannst. Ein Gedanke pro Tag, der Rest geht schneller, als du denkst.
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