Schön, dass du da bist. Setz dich, ich erzähle dir etwas, das mir am Anfang selbst niemand gesagt hat. Die meisten machen beim Bloggen mit künstlicher Intelligenz denselben Fehler. Sie öffnen das leere Feld, tippen „Schreib mir einen Blogartikel über XY” und drücken los. Was herauskommt, ist glatt, korrekt und langweilig. Es klingt nach niemandem. Und dann heisst es: „Diese Texte hört man doch sofort raus.”
Stimmt. Aber nicht, weil die künstliche Intelligenz nicht schreiben könnte. Sondern weil ihr niemand gesagt hat, wen sie eigentlich klingen soll.
Warum dein Standpunkt zuerst kommt und nicht die Maschine
Der wichtigste Satz zuerst, und danach richtet sich alles: Die künstliche Intelligenz formuliert, sie denkt nicht für dich. Wenn du sie ohne eigene Meinung losschreiben lässt, füllt sie die Lücke mit dem Durchschnitt aus dem ganzen Internet. Genau dieser Durchschnitt ist es, den deine Leserin als „KI-Text” erkennt.
Deshalb drehe ich die Reihenfolge um. Bevor ich überhaupt ein Tool öffne, halte ich fest, was ich zu dem Thema wirklich denke. Nicht schön, nicht in ganzen Sätzen. Drei, vier rohe Zeilen reichen. „Freebie muss nicht perfekt sein. Lieber fertig als hübsch. Menschen kaufen Vertrauen, nicht Hochglanz.” Das ist mein Rohstoff. Erst danach kommt die Maschine ins Spiel und macht daraus einen lesbaren Absatz.
Deine Stimme entsteht nicht im Textfeld der künstlichen Intelligenz. Sie entsteht in deinem Kopf, bevor du auch nur ein Wort tippst. Olga Reyes-Busch
Der Unterschied ist riesig. Im ersten Fall bekommst du einen Text über ein Thema. Im zweiten Fall bekommst du deinen Text über ein Thema. Dieselbe Technik, ein völlig anderes Ergebnis.
Wie du der künstlichen Intelligenz deine Stimme beibringst
Jetzt der praktische Teil. Damit ein Text nach dir klingt, muss die Maschine wissen, wie du redest. Und das sagst du ihr, mit zwei einfachen Zutaten.
Erstens: Beispieltexte. Gib ihr zwei oder drei Absätze, die schon von dir sind. Ein alter Newsletter, ein Instagram-Text, eine E-Mail, die dir gut gelungen ist. Sag dazu: „So klinge ich. Schreib in diesem Ton.” Die künstliche Intelligenz erkennt dein Muster erstaunlich gut, deine Satzlänge, deine Ansprache, deine Art, ein Thema anzupacken.
Zweitens: klare Ton-Regeln. Schreib auf, was für dich gilt. Bei mir sieht das ungefähr so aus:
- Du-Form, nie Sie.
- Kurze Sätze. Lieber zwei kurze als einen verschachtelten.
- Keine Fremdwörter, wo ein deutsches Wort reicht.
- Kein Fachjargon, keine Buzzwords, keine leeren Versprechen.
- Immer ehrlich, auch wenn die Wahrheit unbequem ist.
Diese Regeln legst du einmal an und gibst sie bei jedem Text mit. Wenn du künstliche Intelligenz so einrichtest, dass sie deine Sprache und dein Business dauerhaft kennt, sparst du dir das Wiederholen. Wie das geht, habe ich in Claude für dein Business einrichten Schritt für Schritt beschrieben. Einmal gut eingestellt, klingt jeder folgende Text schon beim ersten Entwurf viel näher an dir.
Wie das in der Praxis aussieht, an einem echten Beispiel
Damit du siehst, was ich meine, hier derselbe Gedanke in drei Stufen.
Mein Rohstoff, roh hingeworfen: „Viele trauen sich nicht zu bloggen, weil sie denken, es muss perfekt sein. Quatsch. Fertig schlägt perfekt.”
Was die künstliche Intelligenz ohne Ton-Regeln daraus macht: „In der heutigen schnelllebigen digitalen Welt ist es essenziell, zukunftsweisend und mutig Content zu erstellen, um nachhaltig sichtbar zu werden.” Merkst du es? Das klingt nach Broschüre, nach niemandem.
Was sie mit meinen Beispieltexten und Regeln daraus macht: „Die meisten fangen nicht an, weil sie auf den perfekten Moment warten. Den gibt es nicht. Ein fertiger Artikel, der draussen ist, bringt dir mehr als drei perfekte in deinem Kopf.” Das ist nah dran an mir. Ich müsste vielleicht noch ein Wort tauschen, aber die Richtung stimmt.
Genau dieser Sprung, von der Broschüre zur echten Stimme, entscheidet, ob dein Blog gelesen wird. Und er kostet dich nur die Vorarbeit, nicht mehr Zeit beim Schreiben selbst.
Der letzte Durchgang gehört immer dir
Ein Punkt, bei dem ich streng bin: Kein Text geht raus, den ich nicht selbst noch einmal gelesen habe. Laut. Da fällt sofort auf, wo die Maschine zu glatt wurde, wo ein Satz nach Werbung klingt, wo ein Fremdwort steht, das ich nie sagen würde.
Dieser letzte Durchgang dauert nicht lang, aber er macht den Unterschied zwischen „irgendein KI-Text” und „dein Artikel”. Du streichst die Füllsätze, du setzt einen ehrlichen Gedanken dazwischen, du nimmst ein Beispiel aus deinem echten Alltag rein. Danach gehört der Text wieder dir. Die künstliche Intelligenz war der Fleissarbeiter, die Haltung kommt von dir.
Wenn du diesen Rhythmus einmal drin hast, geht das Ganze schnell. Aus einem Rohstoff-Stichwort wird in kurzer Zeit ein fertiger Artikel, ohne dass du deine Stimme verlierst. Und weil du nicht mehr stundenlang vor dem leeren Blatt sitzt, entsteht endlich regelmässig Content. Wie du künstliche Intelligenz allgemein einsetzt, um beim Content viel Zeit zu sparen, ohne beliebig zu werden, zeige ich dir im Beitrag Content erstellen mit künstlicher Intelligenz und Zeit sparen.
Womit du das umsetzt
Alles, was ich hier beschreibe, funktioniert mit ChatGPT genauso wie mit Claude. Frag ruhig auch bei anderen Antwortmaschinen nach, bei Perplexity oder der KI-Antwort in der Google-Suche. Nimm das Werkzeug, das du schon hast. Das Ergebnis zählt, nicht der Name auf dem Knopf.
Was in allen Werkzeugen gleich bleibt, ist die Grundlage: gute Anweisungen. Wenn du wissen willst, wie du deine Wünsche so formulierst, dass die Maschine dich versteht, schau in ChatGPT und Claude Prompts auf Deutsch. Ein klarer Auftrag ist die halbe Miete.
In der Praxis: dein erster Text mit eigener Stimme
- Halt deinen Standpunkt in drei, vier rohen Zeilen fest, bevor du ein Tool öffnest.
- Leg zwei oder drei eigene Textproben als Beispiel dazu.
- Schreib deine festen Ton-Regeln einmal auf und heb sie dir auf.
- Lass dir daraus einen ersten Absatz schreiben und lies ihn laut.
- Streich Floskeln raus und setz dein eigenes Beispiel hinein.
Und jetzt zu dir. Du musst nicht mit einem ganzen Blog anfangen. Nimm ein Thema, bei dem du wirklich etwas zu sagen hast. Schreib deine drei rohen Zeilen dazu auf. Gib sie mit deinen Beispieltexten in die künstliche Intelligenz und schau, was zurückkommt. Wenn du magst, hole dir vorher meine Ideen-Sammlung mit Themen für Blog und Pinterest (0 €). Damit hast du für die ersten Wochen genug, um loszulegen, in deinem Tempo und in deiner Stimme.
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