Du hast dich also entschieden, Pinterest ernst zu nehmen. Konto ist da, du klickst auf „Board erstellen”, und dann sitzt du vor dem leeren Namensfeld und weisst nicht, was du hineinschreiben sollst. „Meine Angebote”? „Inspiration”? Genau an dieser Stelle geht bei den meisten Selbstständigen der erste Fehler los. Deshalb gehen wir das hier der Reihe nach durch, vom Konto bis zum fertig befüllten Board.
Warum Pinterest für Selbstständige überhaupt lohnt und wie daraus ohne Werbebudget Reichweite wird, habe ich im Beitrag Geld verdienen mit Pinterest ohne Werbeanzeigen erklärt. Das ist das Warum. Hier kommt das Wie, ganz praktisch.
Ein Board ist kein Ordner für deine Ideen. Es ist ein Regal im Supermarkt, und das Schild darüber muss so heissen, wie die Kundschaft danach fragt. Olga Reyes-Busch
Schritt 1: Das richtige Konto einrichten
Bevor du an Boards denkst, brauchst du das passende Konto. Nicht das private, sondern ein Unternehmenskonto. Das ist auch für 0 Euro zu haben, und du kannst ein bestehendes privates Konto einfach umstellen.
Warum das wichtig ist: Nur das Unternehmenskonto zeigt dir später, welche Pins gefunden werden und welche nicht. Ausserdem darfst du damit deine Website bestätigen, was dir Pinterest als seriöses Konto anrechnet. Dich einmal richtig aufzusetzen, erspart dir jede Menge späteres Rätselraten.
Schritt 2: Dein Profil auf ein Thema zuspitzen
Bevor das erste Board entsteht, muss klar sein, wofür du überhaupt stehst. Trag in dein Profil in einem Satz ein, wem du wobei hilfst. Nicht „Coachin und Beraterin”, sondern konkret, zum Beispiel „Ich helfe Solo-Selbstständigen, mit künstlicher Intelligenz Zeit zu sparen”.
Das klingt nach Kleinkram, ist aber der rote Faden für alles, was danach kommt. Pinterest ordnet dein ganzes Konto einem Themenfeld zu. Je klarer dein Profil, desto besser weiss die Suche, wem sie deine Pins zeigen soll.
Schritt 3: Den Board-Namen als Suchbegriff wählen
Jetzt der wichtigste Schritt, an dem fast alle vorbeischrammen. Der Name deines Boards ist kein Kreativtitel. Er ist ein Suchbegriff. Menschen finden dein Board, indem sie ein Wort eintippen, und dein Board taucht nur auf, wenn es genau dieses Wort im Namen trägt.
Heisst konkret: „Freebie erstellen” ist ein guter Board-Name. „Meine Freebie-Werkstatt” ist ein schlechter, weil niemand das sucht. „Content planen” ist gut, „Kreativ-Kiste” ist Selbstgespräch. Nimm die Wörter deiner Zielgruppe, nicht deine internen.
Wie findest du diese Wörter? Tippe dein Thema in die Pinterest-Suche und sieh dir an, was Pinterest dir automatisch vorschlägt. Diese Vorschläge sind echte Suchanfragen von echten Menschen. Genau daraus baust du deinen Board-Namen. Ein Board, ein sauberer Begriff.
Schritt 4: Eine Beschreibung schreiben, die dieselben Wörter nutzt
Unter dem Namen hat jedes Board ein Beschreibungsfeld. Viele lassen es leer. Schade, denn hier bekommst du Platz für zwei, drei Sätze, in denen du erklärst, was jemand in diesem Board findet.
Wichtig ist nur eins: Nutze dieselben Wörter wie im Namen und ein paar verwandte dazu. Beim Board „Freebie erstellen” darf in der Beschreibung ruhig stehen, für wen die Freebies sind, womit du sie baust, was jemand hier lernt. Du schreibst für Menschen, aber du hilfst gleichzeitig der Suche, dein Board richtig einzuordnen. Kein Keyword-Stapel, einfach normale Sätze mit den passenden Begriffen.
Wenn dir bei der Formulierung nichts einfällt, ist das übrigens genau die Sorte Kleinarbeit, die du abgeben kannst. Wie du künstliche Intelligenz einmal so einrichtest, dass sie deine Sprache und dein Thema kennt und dir solche Texte zuverlässig liefert, zeige ich dir in Claude für dein Business einrichten. Einmal aufgesetzt, hilft es dir bei jedem Board und jedem Pin aufs Neue.
Schritt 5: Die ersten Pins vorbereiten
Ein Board ohne Pins ist ein leeres Regal. Damit es lebendig wirkt und von Pinterest ernst genommen wird, brauchst du zum Start ein paar Pins, die klar zum Board-Thema passen. Fünf bis zehn reichen völlig.
Jeder Pin ist eine hochformatige Grafik mit einer klaren Aussage darauf und einem Link dahinter. Und dieser Link ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob dein Board Arbeit für dich leistet. Ein Pin sollte auf deine eigene Seite führen, auf einen Blogartikel, ein Freebie, ein Angebot. Nicht ins Leere, nicht auf fremde Seiten. Der Pin bringt die Menschen, deine Seite macht den Rest.
Hast du noch keinen eigenen Ort, auf den du verlinken kannst, fang genau dort an. Ein einziger guter Artikel, der eine echte Frage beantwortet, reicht als Ziel für die ersten Pins. Wie so ein Artikel aussieht, der gefunden wird und Vertrauen aufbaut, steht in Ein Blog, der für dich arbeitet.
Schritt 6: Jeden Pin sauber benennen
Auch der einzelne Pin hat einen Titel und eine Beschreibung, und auch hier gilt dieselbe Regel wie beim Board: schreib, wonach gesucht wird. Der Pin-Titel darf die Frage aufgreifen, die dein Zielpublikum eintippt. Die Beschreibung erklärt in ein, zwei Sätzen, was hinter dem Klick wartet.
Das ist die eigentliche Fleissarbeit auf Pinterest. Aus einem Thema mehrere Pins machen, jeden anders betiteln, jeden auf eine andere Suchanfrage münzen. Nichts davon ist schwer, es ist nur viel. Genau diese Wiederholung gibst du an die künstliche Intelligenz ab: Du gibst die Richtung vor und prüfst, sie macht die vielen Varianten. Das funktioniert in ChatGPT genauso wie in Claude, nimm das Werkzeug, das du schon hast.
Schritt 7: Regelmässig nachlegen statt einmal alles
Dein erstes Board steht, benannt, beschrieben, mit den ersten Pins gefüllt. Jetzt kommt der Teil, der wirklich zählt und den die meisten unterschätzen: dranbleiben. Pinterest belohnt Konten, die regelmässig ein paar frische Pins bekommen, mehr als solche, die einmal im Monat alles auf einen Schlag hochladen und dann schweigen.
Das heisst nicht, dass du dich sklavisch an einen Plan ketten musst. Es heisst nur: lieber jeden Tag ein, zwei neue Pins als einmal dreissig und danach Funkstille. Und weil dir künstliche Intelligenz bei Grafiken und Texten die Fleissarbeit abnimmt, ist genau dieses Dranbleiben plötzlich machbar, auch neben allem anderen, was du als Selbstständige ohnehin stemmst.
Der ehrliche Teil
Dein erstes Board wird sich in den ersten Wochen nach nichts anfühlen. Du pinnst, und die Zahlen bleiben klein. Das ist normal, Pinterest ist ein Kanal, der sich langsam aufbaut und dann monatelang trägt. Wer nach einer Woche eine Kurve nach oben erwartet, hört zu früh auf.
Fang mit einem einzigen Board an, bei einem Thema, zu dem du wirklich etwas zu sagen hast. Benenne es wie einen Suchbegriff, beschreibe es mit denselben Wörtern, füll es mit ein paar guten Pins, die auf deine Seite führen. Dann das nächste. Stück für Stück entsteht so ein System, das dir gehört und das bleibt.
In der Praxis
- Richte ein Unternehmenskonto ein und trag dein Thema klar ins Profil ein.
- Wähle einen Board-Namen, der ein echter Suchbegriff ist, kein Kreativtitel.
- Schreib eine Beschreibung mit denselben Wörtern wie im Namen.
- Füll das Board mit fünf bis zehn Pins, die auf deine eigene Seite verlinken.
- Leg gleich fest, wann du das nächste Mal neue Pins nachlegst.
Damit du beim ersten Board nicht bei null anfangen musst, habe ich dir 30 fertige Pinterest- und Blog-Ideen zusammengestellt, mit denen du sofort loslegen kannst. Hol sie dir für 0 Euro und such dir das Thema für dein erstes Board heraus.
Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.
Zur Claude Community Deutsch →