EU AI Act Schulungspflicht erfüllen.Nächste Live-Schulung im September.Jetzt anmelden →
← Zurück zum KI-Atelier
Themenbild zum Artikel: EU AI Act für Selbstständige: was du wissen musst
Claude-Grundlagen

EU AI Act für Selbstständige: was du wissen musst

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer ChatGPT oder Claude nur nutzt, ist Betreiber, nicht Anbieter eines KI-Modells. Für die meisten Solo-Selbstständigen bedeutet das: geringes Risiko, wenige echte Pflichten.
  • Der EU AI Act sortiert KI-Systeme nach Risiko. Das Verkaufstexten, Sortieren oder Ideenfinden, das du im Alltag machst, fällt in die niedrigste Stufe.
  • Zwei Dinge betreffen dich praktisch: klar erkennbar machen, wenn Inhalte von künstlicher Intelligenz stammen, und selbst ein Grundverständnis der Werkzeuge aufbauen.

Vor Kurzem schrieb mir eine Trainerin, sie überlege, das Arbeiten mit künstlicher Intelligenz wieder sein zu lassen. Nicht, weil es ihr nicht half. Sondern weil sie irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es da jetzt ein EU-Gesetz gebe, und sie fürchtete, aus Versehen etwas falsch zu machen. Diese Angst kenne ich, und ich verstehe sie. Sie ist nur meistens größer als der Anlass.

Der EU AI Act ist real, und er ist umfangreich. Aber er ist nicht dafür gemacht, dir das Schreiben von Newslettern zu verbieten. Ich ordne dir hier ein, was für dich als Solo-Selbstständige wirklich zählt. Ruhig, in normalem Deutsch. Und mit einem Satz vorweg, den ich ernst meine: Das ist meine Einordnung als jemand, der Unternehmen dazu berät, keine Rechtsberatung. Für verbindliche Fragen gehörst du zu einer Anwältin.

Ein Gesetz zu lesen ist unbequem. Aber es ist immer noch bequemer, als aus Angst vor dem Gesetz das beste Werkzeug liegen zu lassen, das du gerade hast. Olga Reyes-Busch

Bist du überhaupt gemeint?

Der wichtigste Punkt zuerst, weil er die meiste Sorge auflöst. Der EU AI Act unterscheidet zwischen dem Anbieter eines KI-Systems und dem Betreiber. Anbieter des Modells hinter ChatGPT oder Claude sind die Firmen, die es gebaut haben, nicht du. Wenn du das Werkzeug einfach nutzt, um Texte zu schreiben, Ideen zu sortieren oder eine E-Mail zu formulieren, bist du Betreiber. Und für die alltägliche Nutzung sind die Pflichten überschaubar.

Anders wird es erst, wenn du selbst ein Produkt oder ein Feature baust, das auf künstlicher Intelligenz aufsetzt, und das an andere verkaufst. Dann rutschst du in eine andere Rolle. Für die allermeisten von uns, die künstliche Intelligenz als Assistenz im eigenen Kopfbetrieb nutzen, gilt das aber nicht. Merk dir den Unterschied: nutzen ist etwas anderes als anbieten.

EU AI Act: Ordentlich aufgeschossenes Tau an Deck eines Segelboots

Wie der EU AI Act überhaupt sortiert

Das Gesetz teilt KI-Systeme nach Risiko ein, nicht nach Branche und nicht nach Firmengröße. Es gibt vier grobe Stufen. Ganz oben stehen verbotene Praktiken, etwa das heimliche Manipulieren von Menschen oder Sozial-Bewertungssysteme. Darunter kommt Hochrisiko, also KI, die über wichtige Dinge im Leben von Menschen mitentscheidet, zum Beispiel beim Sichten von Bewerbungen oder bei der Kreditwürdigkeit. Dann folgt eine Stufe mit Transparenzpflichten. Und ganz unten das minimale Risiko.

Das Verkaufstexten, das Brainstorming, das Zusammenfassen, all das, was du im Alltag machst, landet in der untersten Stufe. Kein Formular, keine Registrierung, keine Prüfstelle. Wer dir etwas anderes einreden will, verkauft entweder Angst oder eine Beratung, die du nicht brauchst. Wie du künstliche Intelligenz im Business seriös und mit Verstand einsetzt, ohne dich verrückt zu machen, habe ich im Beitrag künstliche Intelligenz im Business seriös beschrieben.

Der eine Punkt, der dich praktisch betrifft: Kennzeichnung

Es gibt eine Stelle, an der der EU AI Act auch dich als Einzelkämpferin erreicht. Wenn du Inhalte veröffentlichst, die von künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, sollen Menschen das erkennen können. Für synthetische Bilder und Videos und für Chatbots ist eine erkennbare Kennzeichnung vorgesehen. Wenn also auf deiner Seite ein Chatbot antwortet oder du ein rein künstlich erzeugtes Bild als echt ausgibst, wird das relevant.

Bei Texten, die du selbst prüfst, überarbeitest und mit deinem Namen verantwortest, ist die Lage entspannter. Trotzdem mein Rat, unabhängig vom Gesetz: Sei offen damit. Menschen verzeihen dir gern, dass eine Maschine dir beim Formulieren geholfen hat. Was sie dir übelnehmen, ist das Gefühl, getäuscht worden zu sein. Wie du künstliche Intelligenz nutzt, um schneller zu schreiben und dabei trotzdem nach dir zu klingen, zeige ich dir im Beitrag Content erstellen mit künstlicher Intelligenz und Zeit sparen.

Bei den genauen Terminen halte ich mich bewusst zurück. Der Zeitplan wird in Stufen eingeführt und an mehreren Stellen noch angepasst. Wenn du ein festes Datum brauchst, schau in die Originalquelle, die ich dir unten verlinkt habe, statt dich auf eine Zahl aus einem Blogartikel zu verlassen. Auch nicht auf meine.

KI-Kompetenz: klingt streng, meint etwas Vernünftiges

Ein Begriff aus dem Gesetz taucht oft auf und schreckt viele ab: KI-Kompetenz. Dahinter steckt Artikel 4, und der verlangt sinngemäß, dass Menschen, die künstliche Intelligenz beruflich einsetzen, ein Grundverständnis davon haben. Das klingt nach Zertifikat und Prüfung, ist aber vor allem eine Bemühenspflicht.

Für dich heißt das nichts Bürokratisches. Es heißt: Verstehe grob, wie dein Werkzeug arbeitet. Wisse, dass es Dinge erfindet, wenn es sie nicht weiß. Prüfe Zahlen, Namen und Zitate nach, bevor du sie veröffentlichst. Gib keine sensiblen Kundendaten hinein, die dort nichts verloren haben. Das ist keine Last, das ist einfach guter Umgang mit einem mächtigen Werkzeug. Und ehrlich gesagt ist es genau das, was dich von jemandem unterscheidet, der blind alles übernimmt, was die Maschine ausspuckt.

EU AI Act: Weißes Segelboot auf ruhigem, tiefblauem Wasser

Was ich dir mitgeben möchte

Der EU AI Act ist kein Grund, künstliche Intelligenz zu meiden. Er ist ein Rahmen, der die wirklich riskanten Anwendungen einhegen soll, und die betreiben Konzerne, nicht du an deinem Küchentisch. Für dich bleiben zwei ruhige Merksätze: Mach erkennbar, wenn Inhalte künstlich entstanden sind. Und bau dir ein Grundverständnis auf, damit du dein Werkzeug führst und nicht umgekehrt.

Der Rest ist Zuhören, wenn sich die Fristen weiter sortieren, und im Zweifel eine kurze Frage an die Originalquelle oder an eine Fachperson. Panik ist ein schlechter Berater, gerade wenn man allein arbeitet und ohnehin schon genug im Kopf hat.

So gehst du den EU AI Act praktisch an

  1. Kläre für dich, ob du nur Werkzeuge nutzt oder selbst ein KI-Produkt anbietest.
  2. Mach erkennbar, wenn ein Bild, ein Video oder ein Chatbot künstlich erzeugt wurde.
  3. Bau dir ein Grundverständnis auf: was dein Werkzeug kann, wo es Fehler macht.
  4. Prüf Zahlen, Namen und Zitate aus der künstlichen Intelligenz nach, bevor du sie veröffentlichst.
  5. Schau bei festen Fristen in die Originalquelle, statt dich auf einen Blogartikel zu verlassen.

Wenn du solche Fragen nicht allein mit dir ausmachen willst, sondern mit Menschen, die genau wie du an allem gleichzeitig sitzen: In meiner Skool-Community sprechen wir über den seriösen Einsatz von künstlicher Intelligenz, über Werkzeuge und über den Umgang mit Regeln wie dieser. Ohne Angstmache, in normalem Deutsch. Komm gern dazu, wenn dir das guttut.

Olga Reyes-Busch
Sonnige Grüße, Olga

Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.

Zur Claude Community Deutsch →

Häufige Fragen

Was müssen Selbstständige über den EU AI Act wissen?

Vor allem, dass die reine Nutzung von ChatGPT oder Claude für Texte und Ideen in die niedrigste Risikostufe fällt. Wichtig für dich sind zwei Punkte: KI-generierte Inhalte erkennbar machen und ein Grundverständnis der Werkzeuge aufbauen. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Gilt der EU AI Act auch für Einzelunternehmer und Freiberufler?

Ja, die Verordnung unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße. Aber die Pflichten hängen am Risiko des Systems, nicht an deiner Rechtsform. Für alltägliche Nutzung von Sprachmodellen sind die Anforderungen gering.

Muss ich KI-generierte Texte und Bilder kennzeichnen?

Für synthetische Bilder, Videos und für Chatbots ist eine erkennbare Kennzeichnung vorgesehen. Bei Texten, die du selbst prüfst und verantwortest, ist die Lage weniger streng. Im Zweifel offen kommunizieren, wo künstliche Intelligenz mitgearbeitet hat.

Was ist mit KI-Kompetenz gemeint?

Artikel 4 verlangt, dass Menschen, die KI beruflich einsetzen, ein Grundverständnis davon haben. Für dich als Solo-Selbstständige heißt das schlicht: wissen, was dein Werkzeug kann, wo es Fehler macht und wo du prüfen musst.

Zur Claude Community Deutsch →