Setz dich kurz zu mir, ich glaube, du stellst dir gerade dieselbe Frage wie fast jede, die zum ersten Mal ernsthaft mit künstlicher Intelligenz arbeiten will: ChatGPT oder Claude, was denn nun? Es gibt kaum eine Frage, die ich öfter höre. Und meistens steckt dahinter eine leise Sorge, sich für das Falsche zu entscheiden und Zeit an das Umlernen zu verlieren.
Ich nehme dir die Sorge gleich vorweg. Du kannst hier wenig falsch machen. Beide Werkzeuge sind gut, beide erledigen deine Alltagsarbeit, und du darfst jederzeit wechseln. Trotzdem gibt es Unterschiede, und weil ich mit beiden arbeite, sage ich dir ehrlich, wo sie liegen und was zu welcher Art zu arbeiten passt.
Was ChatGPT und Claude gemeinsam haben
Fangen wir mit dem an, was in Wahrheit die größere Menge ist: die Gemeinsamkeiten. Beide sind sogenannte Antwortmaschinen, genau wie ChatGPT, Claude, Perplexity oder die KI-Antwort bei Google. Du tippst etwas ein, sie antworten. Beide schreiben dir einen Blogentwurf, sortieren deine Gedanken, formulieren eine Mail um, bereiten ein Freebie vor, machen aus einem langen Text eine kurze Zusammenfassung.
Für den ganz normalen Alltag einer Selbstständigen gilt darum ein ehrlicher Satz: Das, was du zu neunzig Prozent brauchst, können beide. Wenn dir jemand einredet, du bräuchtest zwingend das eine ganz bestimmte Werkzeug, um überhaupt loslegen zu können, dann stimmt das nicht. Wichtiger als die Wahl zwischen den beiden ist, dass du überhaupt anfängst und dranbleibst.
Und noch etwas gilt für beide: Das Ergebnis hängt weniger vom Werkzeug ab als von dem, was du hineingibst. Eine klare Anweisung bringt in beiden bessere Texte als ein hingeworfener Halbsatz. Wie so eine Anweisung aussieht, habe ich dir in ChatGPT und Claude Prompts auf Deutsch Schritt für Schritt aufgeschrieben. Das lohnt sich für jedes der beiden gleichermaßen.
Wo der Unterschied wirklich liegt
Jetzt der Teil, um den es dir eigentlich geht. Der Unterschied liegt weniger im reinen Können und mehr im Charakter der beiden.
Der erste Punkt ist das Gedächtnis. Claude merkt sich über Projekte und eine eingebaute Erinnerungsfunktion dauerhaft, wer du bist, wie du klingst und woran du arbeitest. Du musst nicht bei jeder neuen Sitzung von vorne erklären, dass du Coachin bist, dass dein Ton warm und klar sein soll und dass du keine Emojis magst. ChatGPT hat inzwischen ebenfalls ein Gedächtnis, das wächst mit. In der Praxis empfinde ich das Arbeiten mit Projekten bei Claude als sortierter, gerade wenn ich über Wochen an derselben Sache sitze.
Der zweite Punkt ist der deutsche Langtext. Wenn ich einen längeren Artikel oder eine ganze Seite schreiben lasse, klingt Claude für mein Ohr oft eine Spur weniger nach Standard-KI. Das ist Geschmack und keine Messung, aber ich bin damit nicht allein. Für kurze Sachen fällt der Unterschied kaum auf, für lange Texte schon eher.
Der dritte Punkt ist die Verbreitung. ChatGPT kennt fast jeder, es gibt unzählige Anleitungen, und die Einstiegshürde ist niedrig. Das ist ein echter Vorteil, wenn du gerade erst anfängst und dich nirgends durchkämpfen willst.
Das bessere Werkzeug ist nicht das mit den meisten Funktionen, sondern das, mit dem du am Ende wirklich arbeitest. Olga Reyes-Busch
Warum ChatGPT zum Start völlig reicht
Ich sage das bewusst deutlich, weil ich niemandem etwas verkaufen will, das er nicht braucht: Wenn du schon ChatGPT nutzt, bleib erst einmal dabei. Es reicht, um anzufangen, und zwar für alles, was am Anfang wichtig ist. Der Free-Plan bringt dich ein gutes Stück weit, und die Bezahlversion ist überschaubar.
Der häufigste Fehler ist nicht, das falsche Werkzeug zu wählen. Der häufigste Fehler ist, aus lauter Auswahl gar nicht loszulegen und stattdessen wochenlang Vergleiche zu lesen. Diese Vergleiche lese gerade ich dir zwar auf, aber der Sinn ist, dass du danach entscheidest und startest, nicht dass du noch drei weitere liest.
Wenn du wissen willst, wie du künstliche Intelligenz von Anfang an seriös und ohne falsche Versprechen in dein Business holst, habe ich das in künstliche Intelligenz im Business seriös zusammengetragen. Das gilt für ChatGPT und Claude genau gleich.
Womit ich selbst am liebsten arbeite
Jetzt die ehrliche Karte auf den Tisch, weil du mich sonst zu Recht fragst, was ich denn tue. Ich arbeite privat am liebsten mit Claude. Der Grund ist genau das, was ich oben beschrieben habe: Es hält meinen Kontext über Projekte und ein eigenes Gedächtnis fest, es arbeitet direkt mit meinen Dateien, und im langen deutschen Text klingt es für mich natürlicher. Das ist meine Erfahrung, kein Muss und keine Wertung über dich.
Ehrlich dazugesagt: Das tiefergehende Werkzeug bei Claude ist ein bezahltes. Für die einfachen Sachen, mit denen fast jede anfängt, brauchst du es nicht. Ich empfehle Claude also nicht, weil du es kaufen sollst, sondern weil du sehen sollst, wie ich damit arbeite, und dann selbst entscheidest. Wenn du magst, richte dir Claude einmal so ein, dass es deine Sprache und dein Business kennt. Wie das geht, zeige ich dir in Claude für dein Business einrichten.
Was zu deinem Business passt
Damit du eine klare Entscheidung mitnimmst, hier meine schlichte Faustregel.
Nimm ChatGPT, wenn du gerade erst anfängst, schnell loslegen willst und dich an dem verbreitetsten Werkzeug orientieren möchtest. Du kommst damit weit und lernst alles Wichtige.
Schau dir Claude an, wenn du oft an längeren deutschen Texten sitzt, über Wochen an denselben Projekten arbeitest und dir wünschst, dass sich dein Werkzeug deinen Ton dauerhaft merkt, ohne dass du ihn jedes Mal neu erklärst.
Und wenn du unsicher bist: Nutze beide eine Weile parallel und spüre, mit welchem du dich wohler fühlst. Das kostet dich ein paar Tage, spart dir aber das monatelange Grübeln. Am Ende gewinnt nicht die längere Funktionsliste, sondern das Werkzeug, das sich für dich richtig anfühlt und das du tatsächlich öffnest.
So triffst du deine Entscheidung
- Nutz eine Woche lang das Werkzeug, das du schon installiert hast.
- Erledige damit eine echte Aufgabe, zum Beispiel eine Mail oder einen Post.
- Merk dir, wo dir etwas fehlt, zum Beispiel dass sich dein Ton nicht merkt.
- Probier bei Bedarf das andere Werkzeug ein paar Tage parallel aus.
- Bleib bei dem, das sich für deine Arbeit richtig anfühlt.
Wenn du sehen willst, wie das ganz konkret aussieht, wie ich mit künstlicher Intelligenz Artikel, Pins und Angebote baue und welche kleinen Kniffe im Alltag wirklich Zeit sparen, dann komm in meine Community. Dort zeige ich Schritt für Schritt, wie ich arbeite, und du kannst Fragen stellen, statt allein zu raten. In deinem Tempo, ohne Druck und ohne leere Versprechen.
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